IP-Videomanagement für JVA Lenzburg

Fachartikel aus PROTECTOR 11/2011, S. 28 bis 29

Zentralgefängnis mit IP-Videomanagement

„Für die Zukunft gerüstet“

Still und geheimnisvoll liegt er da, der flache, rechteckige Betonkörper. Nur schon seine Größe flößt Respekt ein. Man nähert sich der sechs Meter hohen Mauer mit der stählernen Drehtür und weiß: Nicht nur, wer schon drin ist, wird gefilmt. Im neuen Zentralgefängnis von Lenzburg überwachen doppelt so viele Kameras als Mitarbeiter das Leben hinter und vor den Gittern. Sie sind Teil einer Videoanlage, die nach neuesten Erkenntnissen konzipiert und installiert wurde.

Bild: Milestone
Luftansicht der JVA Lenzburg. (Bild: Milestone)

8.800 Quadratmeter Gebäudegrundfläche und aktuell 107 Gefängnisplätze: Das sind die Zahlen des derzeit modernsten Gefängnisses der Schweiz, das am 29. April 2011 nach zweieinhalbjähriger Bauzeit eröffnet wurde. Die Wahl der am Bau und am Sicherheitskonzept beteiligten Unternehmen trafen die Auftraggeber mit großer Sorgfalt.

Überzeugendes Konzept

Mit dem überzeugenden Konzept einer netzwerkbasierten Videoüberwachungslösung mit Produkten von Panasonic und Milestone gewann Milestone-Integrationspartner Siaxma AG in der Submissionsphase im Dezember 2009 das Vertrauen der Verantwortlichen für die Sicherheit des Zentralgefängnisses und erhielt im Februar 2010 den Auftrag, das Projekt umzusetzen. Bei der Planung konnte die Siaxma AG auch auf das langjährige Know-how von Milestone Solution Partner John Lay Electronics zählen. So konnte den Fachleuten der Gefängnisleitung gezeigt werden, welche Vorteile eine IP-Videoüberwachungslösung gegenüber der ursprünglich vorgesehenen Analog-Technologie mit sich bringt: flexiblere Bedienung, bessere Bildqualität, einfaches Konfigurieren durch den Anwender und vielfältige Ausbaumöglichkeiten.

Umfangreich vernetzt

Im Juni 2010 wurde im Zentralgefängnis Lenzburg ein hochmodernes, netzwerkbasiertes Überwachungssystem mit 72 Fix- und acht Schwenk-Neige-Dome-Kameras von Panasonic und der Videoüberwachungs-Software Xprotect Enterprise von Milestone installiert. Die Videoüberwachung wurde mit der vorhandenen Zutrittskontrolle, der Gegensprechanlage sowie dem Sicherheitsleitsystem vernetzt. Meldet sich zum Beispiel jemand von einer der Gegensprechstellen oder öffnet an einem neuralgischen Ort eine Türe, wird das Bild der entsprechenden Kamera sofort am Monitor angezeigt. Diese „On-Demand“-Funktion erleichtert die Arbeit in der Steuerzentrale, vor allem während der Nacht, wenn nur ein Vollzugsangestellter Dienst hat.

Bild: Milestone
Leitstand mit individuell anpassbarer IP-Videomanagemet-Software. (Bild: Milestone)

Des Weiteren spart sie Speicherplatz und gewährleistet trotzdem eine lückenlose Rückverfolgung der Ereignisse. Statt der geforderten vier werden die Bilder jeder Kamera sogar bis zu sieben Tage lang gespeichert. Die enormen Datenmengen lagern auf zwei Servern von Pivot3, die speziell für diese Anwendung ausgelegt sind. Ein dritter Server läuft zur Sicherheit redundant mit. Der Pivot3-Server speichert erst dann, wenn die Kamera eine Bewegung registriert, wobei auch die letzten 20 Sekunden vor dem effektiven Ereignis aufgezeichnet werden.Der Grundrissplan im Milestone Smart Client ist in Zonen unterteilt. Alle Kamerastandorte sind miteinander verlinkt und per Mausklick ansteuerbar.

Individuelle Konfigurationen

Es wurden die Kameramodelle von Panasonic installiert, die sich dank ihrer Bildqualität und Robustheit (vandalensicher) für den Innen- und den Außenbereich eignen. Dazu kamen acht PTZ-Kameras, die mit einem Joystick über die Milestone Client-Software beliebig gesteuert werden können. Sämtliche Kameras liefern Videostreams mit H.264-Kompression und nutzen die Vorteile der „Super Dynamic“-Technologie von Panasonic für beste Bilder und Kontraste. Im Außenbereich erlauben Infrarot-Scheinwerfer auch die Überwachung und Aufzeichnung in der Nacht. Die wichtigsten Kameras lassen sich via Kurzwahl über die Tastatur aufschalten, wobei mehr als 20 Fixeinstellungen definiert werden können.

Die Schwenk- und Zoombewegungen der Kameras können wahlweise über den Joystick oder die Maus ausgeführt werden. Die Milestone-Software erlaubt es, dass individuelle Konfigurationen flexibel vorgenommen werden können. Das Gefängnis wurde etappenweise in Betrieb genommen. Mit der flexiblen Lösung konnte das System optimal auf die wechselnden Bedingungen eingestellt werden.

Reibungslose Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Partnerfirmen verlief reibungslos. Christian Harder, stellvertretender Sicherheitschef und Sicherheitsinstruktor der Justizvollzugsanstalt Lenzburg ist voll des Lobes. „Die Anlage läuft seit der Inbetriebnahme effizient und auf sehr hohem Niveau. Wir sind mit der Bildqualität sehr zufrieden und schätzen es, dass wir die Ansichten und Bildaufschaltungen selbstständig konfigurieren können. Zudem lassen sich speziell für den Gefängnisablauf zugeschnittene Monitoransichten zusammenstellen. Auch für die Zukunft sind wir gerüstet, denn das System kann an die Veränderungen des Gefängnisses flexibel angepasst werden.“

Informationen zu Preisen und Verfügbarkeit erhalten Sie bei Ihrem Panasonic u. Milestone Vertriebspartner:
ViSiTec Video-Sicherheit-Technik GmbH

Eine Antwort auf „IP-Videomanagement für JVA Lenzburg“

  1. Die Meldung nimmt mir anscheinend etwas voewrg: Um De-Mail einzuffchren verabschiedete das Bundeskabinett das Bfcrgerportalgesetz. Was verabschiedet wurde, ist der Entwurf des Bfcrgerportalgesetzes. Damit ist der Prozess zur Ausgestaltung und spe4teren Verabschiedung des Gesetzes angeschoben worden.Diesen elementaren Fehler haben auch die Kollegen von Heise.de in ihrer dcberschrift gemacht.Bei der von Ihnen selbst angegebenen BMI Quelle ist der Sachverhalt richtig dargestellt.Daher gibt es noch keine rechtsverbindlichen De-Mails, sondern lediglich einen Gesetzesentwurf und ein Pilotprojekt.P.S.: Und der Verweis auf die Vorratsdatenspeicherung ist seit ziemlich genau 8 Tagen obsolet und somit etwas sehr disqualifizierend.

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